Fragwürdiger Umzug nach Straubing

19. Sitzung des Untersuchungsausschusses „Modellbau“
Im Jahr 1999 wurde eine Kommission beauftragt, ein Gutachten über die Modellbautherapie im BKH Ansbach zu erstellen und insbesondere die damit verbundenen  Sicherheitsprobleme zu beleuchten. Dr. Ottermann, der ehemalige ärztliche Direktor des BKH Straubing war Mitglied dieser Kommission, Als solches muss er detaillierte Kenntnisse über problematische Aspekte der Arbeitstherapie Modellbau gehabt haben, z.B. über die Sonderstellung des Patienten St., die damit einhergehenden Sicherheitsprobleme und die Verknüpfung Dr. Haderthauers mit der Firma SAPOR Modelltechnik GbR. Dennoch befürwortete Ottermann im Jahr 2000 die Verlegung der Modellbautherapie ins BKH Straubing.
In der gestrigen Sitzung des Untersuchungsausschusses verteidigte er diese Entscheidung damit, dass die Modellbautherapie unter Straubinger Bedingungen kein Sicherheitsproblem gewesen sei. Es gab strenge Kontrollen, die das Herausschmuggeln von Werkzeug verhindern sollten. Zudem verlor der Patient St. sämtliche Sonderrechte, wie das Arbeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit oder gar den Besitz von Generalschlüsseln. Er durfte auch nicht mehr seine Mitarbeiter selbst aussuchen. Es gab keinen Ausgang mehr. Was sich aber auch in Straubing nicht änderte, war die Vormachtstellung des St., die sich aus dem Umstand ergab, dass niemand sonst in der Lage war, die Modellautos so zu bauen wie er und andere dazu anzuleiten. Der Modellbau und der Patient St. blieben untrennbar miteinander verbunden.
Das BKH Straubing stellte zwar einen KFZ- Meister an, der später einmal diese Aufgabe von St. übernehmen sollte, dafür musste er aber erst einmal  jahrelang bei St. „in die Lehre“ gehen. Diese Umstände verhinderten auch, dass St. motiviert genug war auch an anderen Therapien teilzunehmen, so eine Besserung seines Zustandes zu erreichen und damit aus der teuren Hochsicherheitsklinik Straubing in eine andere selbstverständlich ebenfalls geschlossene und gesicherte Forensik verlegt werden zu können.
Auch in Straubing stand also nicht, wie bereits in Ansbach, der therapeutische Nutzen für die Patienten im Vordergrund, sondern der Modellbau für eine private Firma, die an möglichst hohen Umsätzen interessiert war. Dr. Haderthauer und sein Nachfolger Heinrich Sandner waren sich auch nicht zu schade, bei Preisverhandlungen mit dem BKH Straubing, damit zu drohen, den Modellbau zu schließen, wenn man ihren preislichen Vorstellungen nicht ausreichend entgegenkam, wie eine ehemals für die Arbeitstherapie zuständige Mitarbeiterin aussagte. Wirtschaftliche Überlegungen eines Privatunternehmens dürfen aber im Bereich der Arbeitstherapie keine Rolle spielen.
Inzwischen äußert Dr. Ottermann moralische Zweifel an der Verknüpfung des Landgerichtsarztes Dr. Haderthauer und der SAPOR Modelltechnik GbR. Es könne nicht sein, dass ein Arzt Geschäfte mit bzw. auf Kosten von Patienten mache. Diese Einsicht kommt allerdings sehr spät, denn das war Dr. Ottermann im Jahr 2000 bereits bekannt und er sah offensichtlich keinen Grund, die Weiterführung der Modellbautherapie in Straubing zu verhindern.
Dr. Ottermann hat das Gutachten  der Forensikkommission mitverfasst. Darin sind alle Kritikpunkte an der Modellbautherapie enthalten. Ein großer Teil davon änderte sich in Straubing nicht. Als Kenner der Modellbautherapie hätte Dr. Ottermann sich dafür stark machen müssen, dass es nach dem Ende der AT Modellbau in Ansbach keine Fortsetzung in Straubing gab.

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